Invasion der fremden Arten

Invasion der fremden Arten

- in Sin categoría
2219
0
Zones humides

Das Ökosystem des Ebro wird mehr und mehr durch eingeschleppte Pflanzen und Tiere bedroht. Der Kampf gegen die Invasoren kostet jährlich Millionen.Das Ansinnen der stechmückengeplagten Spanier war nur allzu verständlich: Moskito-Larven sollten mit dem Importschlager ein für alle mal aus den (wenigen) Süßwassergewässern des Landes verwiesen werden. Der auf dem amerikanischen Kontinent beheimatete Zahnkarpfen sollte es richten und sich ordentlich an den gemeinen Stechtierchen laben – so die Idee in den 60er Jahren. Leider beschränkte sich der Appetit der Karpfen nicht auf die Mücken. Dem Fisch gefällt es in den hiesigen Gewässern mangels natürlicher Fressfeinde so gut, dass er sich breit macht und heimische Arten fast vollständig verdrängt. Nun wird der Zahnkarpfen als „Ebro-Hai“ beschimpft – was ihn aber auch nicht weiter behindert.
fremdarten
Dabei ist der Fisch nicht der einzige Immigrant, der der einheimischen Flora und Fauna das Überleben streitig macht: Rund 300 Pflanzen, Pilze und Tiere haben Spanien kolonisiert. 20 von ihnen sind besonders agressiv, darunter die Zebramuschel, das amerikanische Bison, der rote Krebs und die Mörderalge.

Letztere entwischte 1982 aus einem Labor in Monacco und nimmt seitdem einer Seegraswiese nach der anderen die Luft zum atmen. Doch nicht nur Spanier und Monegassen tragen Schuld an der Überfremdung hiesiger Lebensräume. Auch die Deutschen haben ihr Schärflein beigetragen. 1977 brachte ein teutonischer Angler Baby-Welse nach Spanien und setzte sie im Ebro aus, damit sie im nächsten Urlaub an seinem Haken baumelten. Die Tiere gediehen prächtig, so dass der Ebro heute als Anglerparadies für Wels-Fischer gilt – von Exemparen bis 100 Kilo wird freudig erzählt. Heimische Fischarten zieht man dagegen nur noch selten aus dem Wasser. Das Ökosystem des Ebro wird aber nicht nur von zugezogenen Fischen gebeutelt, sondern auch von der nicht einmal hässlich anmutenden, aber stark wuchernden Wasserhyazinthe.

In den letzeten Jahren gab das Umweltministerium 7,5 Millionene Euro aus, um 200.000 Tonnen der Wasserpflanze zu entfernen. 500 Personen waren ein Jahr lang damit beschäftigt, schwimmende Barrieren zu bauen. Die Wasserhyazinthe liebt gerade hohe Temperaturen und nabelt heimische Pflanzen schlichtweg von der Sauerstoffversorgung ab. Die Zebramuschel hat sich ebenfalls bestens im Ebro eingelebt. Sie vermehrt sich so schnell, dass zwei Millionen Euro jährlich ausgegebene werden, um Ab- und Zuflussrohre zum Fluss von ihrem geschwürartigen Wachstum frei zu halten. Erstmals wurden nun Untersuchungen zu den 20 Arten angestellt und in einer Studie zusammengetragen. Madrid sucht nach Wegen, um die lästigen Einwanderer des Landes abzuschieben. Inzwischen haben sich die Invasoren so gut adaptiert, dass Wissenschaftler eine erfolgreiche Vernichtung für aussichtslos halten.
Quelle

About the author

Leave a Reply

Tu dirección de correo electrónico no será publicada.

You may also like

El menú tóxico del día, Europa descuida sus alimentos

Es sencillo. Basta con procurarse las ofertas de cualquier supermercado. Organizar un menú de tres platos no resulta nada caro. La comida está barata. ¿Condición imprescindible? No mirar ni su procedencia ni su composición. Ya tenemos un menú completo, a buen precio y tóxico.